Vardan Verlag e. K. D-Hechingen, Zollernstraße 21
Ankündigungen Bücher Zum Shop Impressum

Lieselotte Heller Die Zwiespalte des Denkens
Fragmente einer Philosophie der Eigentönigkeit
Mit einem Vorwort von Klaus Giel

Vardan Verlag Hechingen 2013, 314 Seiten, Preis 29,90 Euro
ISBN: 978-3-941060-09-8

Wollen wir die Lebenskräfte unseres Eigentons in uns wecken und zu ihrer Entfaltung befreien, bedingt dies, dass wir uns einer strengen Praxis geistiger Übung befleißigen:
des Horchens und Resonierens, des Gewahrens und Achtens und schließlich des schöpferischen Wollens, Sagens und Tuns. Es geht um eine Erneuerung der Zivilisation des Denkens und der Sinnlichkeit inmitten einer einzig von der Vernunft regierten Welt, deren geistige Substanz national wie global aus den Fugen zu geraten droht. Eine solche Erneuerung muss vom Menschen her erbracht werden, denn nur der Mensch ist dem Aus-den-Fugen-Geraten der Welt eine Antwort schuldig.
In irgendeiner Weise ist jeder Erdenbürger singulär wie auch plural in das dichtgeknüpfte Netz menschlicher Errungen- und auch Machenschaften verwoben. Und niemand kann sich heute von seiner Gefangenschaft im Netz der maßlos gewordenen Vernunft aus eigenen Kräften befreien, es sei denn durch die Wandlung seines eigenen Denkens, das ihn weg vom inzwischen arg verwüstet und öde gewordenen Strand des Machbaren hin zu dem Quell der Wirklichkeit zu führen vermag als dem resonierenden Sein aller Lebewesen, das heißt zu dem unerschöpflich sprudelnden Gedächtnis der Zeit im Hier und Jetzt.
Im Gedächtnis der Zeit sind die gesetzgebenden Kräfte des Tons geborgen, welche von der wahrhaft stimmhaften und sprachhaltigen Natur menschlichen Denkens, Sagens und Tuns zeugen. Es gilt, das Maß der eigenen Tonkraft wiederzufinden, das uns kosmisch, und das heißt schöpferisch mit Allem und mit jedem Lebewesen auf wunderbar universale Weise verbindet und uns gänzlich in die geistige Welt sprach- lich einbindet. Sprachlich bewohnbare Orte und narrativ begehbare Pfade erst generieren den wirklichen Lebensraum des Menschen. Und die Tonkraft bestimmt die Architektur solch poetisch angereicherter Orte; Gärten der Stille - des Seins.
Es gibt auf der Bewusstseinsebene der Eigentönigkeit weder gut noch böse, keine Trennung von Streu und Weizen. Das besagt jedoch keineswegs, dass das Gute wie auch das Böse auf Erden nicht existierte. Im existentiellen Sinn aber ist Beides, das "Gute" wie das "Böse", anders: die Güte wie die Verdammnis, das Wohl und das Wehe, als geistige Dimension in die Freiheit des Menschen und also auch in sein Vermögen gestellt; der Mensch zeitigt aus sich nur jene Lebensgeister, die im ausgesprochenen und also artikulierten Gedanken auch den Ton angeben.



Friedrich Kümmel, Logik und Hermeneutik

Vardan Verlag Hechingen 2013, 348 Seiten, Preis 19,90 Euro

ISBN 978-3-941060-08-1


Logik und Hermeneutik haben sich noch nie bruchlos ineinander gefügt; zu verschieden sind die Grundlagen und die entsprechenden Verfahrensprinzipien. Klar definiert sind die Prinzipien der Aussagenlogik: Wahr bleibt Wahr; aus Wahrem kann nichts Falsches folgen. Aus Falschem folgt alles Mögliche, d. h., aus ihm kann nichts geschlossen werden. Schwieriger wird die Sache für die Prädikatenlogik, die umgangssprachliche Bedeutungen untersucht und nach logischen Kriterien aufeinander abzubilden unternimmt. Eindeutig definiert ist: Junggeselle = unverheirateter Mann. Sobald man aber die Art der Beziehungen zwischen Mann und Frau näher ins Auge faßt, findet man die unterschiedlichsten Spielarten. Und um noch ein anderes Beispiel anzuführen: Bei Synonymen oder im Verhältnis fremder Sprachen muß offen bleiben, ob eine identische Substitution der gleichen bzw. einander entsprechenden Wörter möglich ist. Kann man ~mind~, ~Verstand~, ~spirit~, ~Geist~ als gleichbedeutend setzen? Nur wenn das der Fall wäre, könnte man die Wörter in allen möglichen Kontexten füreinander einsetzen. Dies ist aber gar nicht möglich. Das bedeutet, daß die Suche nach einem analytischen Bedeutungskriterium gescheitert ist. Aber auch das Verständnis von Bedeutung als meaning (verständlicher sprachlicher Ausdruck) und als reference (Bezug auf einen objektiv vorgegebenen Sachverhalt) läßt sich nicht zur Deckung bringen. Bedeutungen sind etymologisch zu klären. Das ist aber ein ganz anderer Vorgang, als objektive Sachverhalte zu benennen. Hier muß die Frage, was wahr und was falsch bzw. vage, mißverständlich oder gar widersprüchlich ist, offen bleiben.
Die Hermeneutik geht davon aus, daß sich die Sprache im miteinander Sprechen zweier Gesprächspartner erfüllt. Der Autor hat sich zur Aufgabe gemacht, Differenzen dieser Art herauszuarbeiten und zu zeigen, daß im Logischen ein Hermeneutisches und im Hermeneutischen ein Logisches unverzichtbar enthalten ist. Der reine Logiker würde dem nicht zustimmen. Das auf Verstehen angelegte Gespräch aber muß notwendig davon ausgehen. Daß die mit beiden Verfahrensweisen verbundenen Methodologien verschieden sind, sich jedoch ergänzen müssen, ist eine notwendige Konsequenz der Überlegung. Mit ihr kann dem Streit über die ~richtige~ Methode die Schärfe genommen werden.

Friedrich Kümmel
Schleiermachers Dialektik
Die Frage nach dem Verhältnis von Erkenntnisgründen und Wissensgrund

Vardan Verlag Hechingen 2008, 452 Seiten, 29,80 €.

Sie können das Buch über den in die Website www.vardan-verlag.de eingebauten online shop bestellen. Die Auslieferung erfolgt auf dem Postweg.
Um sich über den Inhalt genauer informieren zu können, gebe ich auf dieser Seite
die Kurzbeschreibung des Klappentextes und hänge fünf pdf-Dateien an, in denen Sie das
Inhaltsverzeichnis sowie vier weitere Leseproben finden. Viel Anregung bei der Lektüre!

Zu diesem Buch

Schleiermachers "Dialektik" besteht aus Entwürfen und Nachschriften der inzwischen vollständig edierten, nach wie vor aber schwer zu erschließenden Vorlesungen aus den Jahren 1811, 1814/15, 1818/19 und 1822 sowie einer Einleitung zur geplanten Drucklegung aus dem Jahre 1833. Schleiermacher verknüpft darin die Frage nach den logischen und anthropologischen Grundlagen der Erkenntnis mit der Frage nach dem absoluten Grund des Wissens, mit Bezug auf den allein die Frage nach der Wahrheit so beantwortet werden kann, daß sie der skeptischen Destruktion standhält, ohne daß man gezwungen wäre, "Welt" als Bezugsrahmen der Erkenntnis zu verlassen. Der absolute Grund des Wissens fällt nicht selber ins Wissen, und doch bleibt ohne den Rückbezug auf ihn das Wissen ununterscheidbar von den Meinungen, die der Mensch sich über die Dinge und über sich selbst gebildet hat. Ein vorangestellter Prolog skizziert kurz die damit umrissene erkenntnistheoretische Problematik, die angesichts der modernen Skeptizismen noch keine befriedigende Lösung gefunden hat. Deutlich ist jedoch, daß es einer komplexeren, nicht mehr in der Alternative von Rationalismus oder Empirismus bzw. Idealismus oder Positivismus hängen bleibenden Logik bedarf, um absolute und relative Gesichtspunkte der Erkenntnis so ins Verhältnis setzen zu können, daß das eine das andere nicht negiert. Wenn nun aber auch kein Vermittlungsdenken hier weiterführt, dringt Schleiermacher mit seiner "Dialektik" in logisch-erkenntnis­theoretisches Neuland vor, das zu betreten im Zeichen der Moderne unabdingbar wird.

Der Verfasser

Prof. Dr. Friedrich Kümmel, geb. 1933, war bis zu seiner Emeritierung 1998 in der Lehrerbildung an den Pädagogischen Hochschulen Reutlingen und Ludwigsburg tätig und nimmt bis heute seine venia legendi im Fach Philosophie an der Universität Tübingen wahr. Seit seiner Zurruhesetzung arbeitet er an Studien zur Logik der Disjunktion, die im Unterschied zur Logik entscheidbarer Alternativen auch dem nicht mehr vermittelbaren Widerspruch, der damit verbundenen Aporetik bzw. Dilemmatik und den Unterschieden zwischen der "wahren" bzw. "wirklichen" und einer "scheinbaren" bzw. "verkehrten" Welt gerecht zu werden vermag. Absolute Kategorien wie Sein bzw. Existenz, Selbstsein und Freiheit werden so allererst angemessen behandelbar.

Leseproben
Inhaltsverzeichnis.pdf
(4 Seiten, 24,1 KB)
Prolog.pdf
(3 Seiten, 29,9 KB)
Dialektik.pdf
(6 Seiten, 40,6 KB)
Zeit-Bild-Welten.pdf
(22 Seiten, 173 KB)
Zeitperspektiven.pdf
(36 Seiten, 239 KB)
Copyright (c) 2008-2012 Vardan Verlag - Friedrich Kümmel         Letzte Aktualisierung: Oct 26, 2013