Vardan Verlag e. K. D-Hechingen,
Zollernstraße 21
Friedrich Kümmel
Zeit und Freiheit. Über den Begriff der
Zeit.
Zweite, neubearbeitete und erweiterte Auflage.
Vardan Verlag Hechingen 2010. Format 18,4 x 26 cm, 370 Seiten,
kartoniert
ISBNa-13: 978-3-941060-04-3
Es scheint, daß die Pathologien des Umgangs mit der Zeit
durch ihre Terminierung, Verknappung und Beschleunigung noch
zugenommen haben und die ruhigen Zeiten vorbei sind. Umso wichtiger
ist es, sich über die Zeit Gedanken zu machen und zu fragen,
was sie für den Menschen ist und bedeutet. Das sich
theoretisch und praktisch stellende Zeitproblem hat von seiner
Aktualität nichts eingebüßt. Dabei kann eine
gravierende Diskrepanz nicht übersehen werden: Kosmisch
rechnen wir mit unvorstellbar großen Zeiträumen, und im
Alltag wird für uns die Verwendung jeder einzelnen Minute zu
einem Problem. Wer aber mit der Uhr am Arm nur noch die Minuten
zählt, setzt sich aus allem heraus, was vor sich geht, und
kann es nur noch ‘abhaken’; ist das Ziel erreicht, so
ist die Sache auch schon ‘erledigt’ und ‘hinter
sich gebracht’. Je mehr wir die Zeit wie einen
Meßbecher von außen her füllen, umso mehr verliert
sie an wirklichem Inhalt und an Qualität. Damit beraubt man
sich der Früchte der Zeit, die nur langsam und von innen her
wachsen.
Die zentrale These dieser Arbeit ist: Zeit ist Freiheit, und
Freiheit ist Freiheit in der Zeit. Wenn das in der Tat so ist,
beweist das Diktat der Uhrenzeit einen Zustand extremer Unfreiheit
im Umgang mit der Zeit. Ich erinnere an Michael Endes
„Momo”, wo die ‘Zeitdiebe’ weismachen
wollen, daß durch Schnelligkeit des Handelns Zeit gespart
werden könne, und man hinterher feststellen muß,
daß von der vermeintlich eingesparten Zeit nichts mehr
vorhanden ist. Ungewollte Erfahrungen dieser Art im Umgang mit der
Zeit gibt es in Hülle und Fülle. Wo man nicht lernt mit
ihnen umzugehen, verdichtet die Zeit sich zu einem immer
engmaschigeren Netz, in dem man sich verstrickt.
Es gibt für den Menschen zur Zeit und zur eigenen Freiheit
keine Alternative. Wie aber kommt man im Umgang mit der Zeit aus
den selbst erzeugten Fesselungen und Beraubungen wieder heraus? Und
was kann es heißen, das Verhältnis von Zeit und Freiheit
positiv zu realisieren?
Man kann den Zusammenhang von Zeit und Freiheit also nicht eng
genug sehen. Freiheit oder Unfreiheit entscheidet sich an der Art
und Weise des Umgangs mit der Zeit. Daß der negative Gebrauch
der Zeit mit wachsender Unfreiheit verbunden ist, erfahren wir
täglich leidvoll. Immer mehr Zeit geht drauf mit nichts was
sich lohnt, und für das, was Zufriedenheit und Erfüllung
brächte, fehlt die Zeit.
Dabei ist absehbar, daß diese Scherenbildung kein gutes Ende
nehmen kann. Mehr denn je muß der moderne Mensch lernen, mit
der Zeit sinnvoll umzugehen, und mehr denn je hat er das verlernt.
Der Zeit-Streß wird zum physischen Streß und dieser zur
Krankheit. Verlangt ist aber nicht nur die Heilung des
Körpers, sondern auch die Heilung der Zeit. Bis heute
träumt man von der Verjüngung , erhofft die Erlösung
und hat nicht eingesehen, daß das im Zeichen der Freiheit in
die eigene Hand gegeben ist.
Zeit, Freiheit und Bewußtheit hängen eng miteinander
zusammen, so daß das eine nicht gegeben sein kann ohne das
andere. Dies verlangt die konsequente Einhaltung des
Realitätsprinzips. Wenn was wirklich ist frei ist, entscheidet
sich am Verhältnis zur Wirklichkeit, ob die eigene Freiheit
realisiert wird oder sich in den gebundenen Formen der Unfreiheit
von dieser ablöst. Das Kriterium für diese doppelte
Möglichkeit ist die Zeit und der Zustand, in den man sich in
ihr bringt.
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Byung-ok Lee
Der Begriff der Individualität beim frühen
Schleiermacher
Vardan Verlag Hechingen 2009, 324 Seiten, kartoniert
ISBN-13: 978-3-941060-02-9
Schleiermachers philosophisches Werk stand lange Zeit im
Schatten Hegels und ist erst im Zeichen der „hermeneutischen
Wende” wieder verstärkt zur Geltung gebracht worden.
Verwurzelt im frühromantischen Denken, verbindet sich mit dem
Begriff der Individualität ein tiefgreifender Umbruch, der
unsere Moderne heraufgeführt hat und bezüglich aller
seiner Implikationen noch keineswegs hinreichend ausgelotet worden
ist.
Der junge Schleiermacher hat, beginnend mit Studien zu Spinoza und
Leibniz, den Begriff der Individualität zum Ausgangpunkt
seines Denkens genommen. Insbesondere sein Frühwerk: Kurze
Darstellung des Spinozistischen Systems (1793/94); Reden über
die Religion an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799);
Monologen (1800); Brouillon zur Ethik (1805/06); Entwürfe zur
Hermeneutik (1805 ff.) ist nachhaltig durch den Gedanken des
Individuellen bestimmt worden.
Für Schleiermachers Ethik (gemäß der Tradition
eingeteilt in Tugendlehre, Pflichtenlehre und
Güterlehre), die den Begriff der Gemeinschaftlichkeit und mit
ihm ein ethisch Allgemeines ins Zentrum stellt, und für seine
Dialektik, die als Wissenschaftslehre am Begriff
allgemeingültigen Wissens festhält, ergibt sich daraus
das schwierige Problem, wie die beiden Bezugspole
„Individualität” und
„Allgemeingültigkeit” in einen inneren
Zusammenhang gebracht werden können, ohne sich gegenseitig zu
bestreiten. Wenn der Faktor „Individualität” aus
keiner Form des Denkens, Wissens und Wollens mehr herausgenommen
werden kann, verändert dies auch das Begriffliche selbst und
wirkt sich aus auf die Formen sprachlicher Mitteilung.
So im „Zwischen” verortet, vereinigt das Thema
„Individualität” Tradition und Moderne und
verlangt, beides in ein produktives Verhältnis zueinander zu
bringen. In diesem Sinne ist die hier vorgelegte Untersuchung von
höchster Aktualität.
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Ton-Ku Kang
SCHLEIERMACHERS HERMENEUTIK
ZUM VERHÄLTNIS VON GRAMMATISCHER UND PSYCHOLOGISCHER
INTERPRETATION
Herausgegeben und redigiert von Friedrich Kümmel
Vardan Verlag Hechingen 2009, din A5, 204 Seiten,
ISBN-13: 978-3-941060-03-6
Schleiermachers philosophisches Werk stand lange Zeit im
Schatten Hegels und ist erst im Zeichen der sogenannten
„hermeneutischen Wende” wieder erstärkt zur
Geltung gebracht worden. Ton-Ku Kang nimmt in seiner Dissertation
die von Heinz Kimmerle nach den Handschriften neu herausgegebene
Hermeneutik Schleiermachers zum Anlaß einer
Auseinandersetzung mit der durch die beiden Bezugspole Dilthey und
Gadamer umschriebenen Kontroverse über die Grundlagen des
Verstehens und der Hermeneutik.
Unbestritten ist hierbei der Bezug auf die Sprache, strittig jedoch
der Stellenwert des Faktors „Individualität”, der
bei Schleiermacher und Dilthey eine zentrale Rolle für die
Produktion und Rezeption von Sprachwerken spielt, von Gadamer und
seiner Schule jedoch an die zweite Stelle gerückt worden ist.
Schleiermacher verteidigt das subjektive Moment im sprachlich
verfaßten Sinngebilde gegenüber dem Geltendmachen einer
übergreifenden Ordnung, wie sie im klassischen Werk und seiner
Tradition repräsentiert ist. Es kommt zunächst einmal
darauf an, die immer auch fremde Rede eines Anderen im
Gespräch zu verstehen, bevor man daran gehen kann, ein
intersubjektiv Gültiges und allgemein Verbindliches ins Auge
zu fassen. Wenn die Sprache nicht in einer Geistmetaphysik
hinterlegt ist und auch einem Rationalitätsanspruch nicht
genügen kann, muß zuallererst nach den Grundlagen des
Verhältnisses zwischen Redenden, Vernehmenden und Verstehenden
gefragt werden, von denen her die Hermeneutik als eine
„Kunstlehre des Verstehens” ihre Regeln zu entwickeln
hat, vor allem aber auch den Grenzen des Verstehens Rechnung tragen
muß. Mit Schleiermacher empfiehlt es sich, vom
Mißverstehen auszugehen und ein Nichtverstehen an den Anfang
zu rücken. Was an Sinn geschöpft, ausgedrückt und
zur Darstellung gebracht werden kann, reicht in der Sprache wie im
einzelnen Menschen in eine Tiefe, die unergründlich bleibt.
Menschliches gelangt nie zu einer Selbstverständlichkeit, wie
Tradition und Rationalitätsanspruch bzw. Klassik und moderne
Kommunikations- und Zeichentheorien dies suggerieren. Fremdheit ist
nie ganz in Verstehen auflösbar und weist auf noch andere
Grundlagen des zwischenmenschlichen Verkehrs und der
Verständigung hin.
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Friedrich Kümmel
MORALERZIEHUNG ZWISCHEN WERTORIENTIERUNG UND
WIRKLICHKEITSBEZUG
Vardan Verlag Hechingen 2009, din A5 kartoniert, 272 Seiten,
ISBN-13: 978-3-941060-01-2
Auch wenn die Wertediskussion im Bereich politischer
Entscheidungsfindung heute unverzichtbar ist, weil eine rein
dezisionistische Machtpolitik an ihr Ende kommt, kann man nicht
davon ausgehen, daß die Werte im zwischenmenschlichen
Zusammenleben und im Bewußtsein des Einzelnen eine ebenso
wichtige Rolle spielen wie in der Öffentlichkeit. Hier werden
immer auch andere Orientierungen maßgeblich.
Moralerziehung kann folglich auch nicht einfach mit Werterziehung
gleichgesetzt werden. Der gewählte Titel:
„Moralerziehung zwischen Wertorientierung und
Wirklichkeitsbezug” gibt zwei Bezugspole moralischen Denkens
und Handelns an, die durchaus konträr zueinander stehen und
sich, prinzipiell gefaßt, geradezu ausschließen
müßen. Es sind verschiedene Bezugsrahmen, Einstellungen
und Denkweisen, mit denen man im einen oder anderen Fall an die
Dinge herangeht und Lösungen für die Probleme sucht. Kurz
gesagt: Die Logik der Wertorientierung ist eine andere als die
Logik des Wirklichkeitsbezugs.
Um nur den wesentlichen Punkt hervorzuheben: Wertekataloge sind
zweiwertig und bringen alles in die Form von Alternativen, die es
so im Leben gar nicht gibt. Unreflektiert angewendet, verfehlen
zweiwertige Schematisierungen oft genug den wesentlichen Punkt und
verletzen das Gebot humanen Verhaltens. Die Konsequenz daraus ist:
Man kann und darf, was der Fall ist, nicht einfach an den Werten
messen. Um dem, was ist, gerecht zu werden, ist es vielmehr
notwendig, vom ‘Urteilen’, ‘Werten’ und
(wie Jesus sagt) vom ‘Richten’ zu lassen.
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Friedrich Kümmel
SCHLEIERMACHERS DIALEKTIK
DIE FRAGE NACH DEM VERHÄLTNIS VON ERKENNTNISGRÜNDEN UND
WISSENSGRUND
Vardan Verlag Hechingen 2008, din B5 kartoniert, 452 Seiten
ISBN-13: 978-3-941060-00-5
Schleiermachers „Dialektik” besteht aus Entwürfen
und Nachschriften der inzwischen vollständig edierten, nach
wie vor aber schwer zu erschließenden Vorlesungen aus den
Jahren 1811, 1814/15, 1818/19 und 1822 sowie einer Einleitung zur
geplanten Drucklegung aus dem Jahre 1833. Schleiermacher
verknüpft darin die Frage nach den logischen und
anthropologischen Grundlagen der Erkenntnis mit der Frage nach dem
absoluten Grund des Wissens, mit Bezug auf den allein die Frage
nach der Wahrheit so beantwortet werden kann, daß sie der
skeptischen Destruktion standhält, ohne daß man
gezwungen wäre, „Welt” als Bezugsrahmen für
Erkenntnis zu verlassen. Der absolute Grund des Wissens fällt
nicht selber ins Wissen, und doch bleibt ohne den Rückbezug
auf ihn das Wissen ununterscheidbar von den Meinungen, die der
Mensch sich über die Dinge und über sich selbst gebildet
hat. Ein vorangestellter Prolog skizziert kurz die damit umrissene
erkenntnistheoretische Problematik, die angesichts der modernen
Skeptizismen noch keineswegs eine befriedigende Lösung
gefunden hat. Deutlich ist jedoch, daß es einer komplexeren,
nicht mehr in der Alternative von Rationalismus oder Empirismus
bzw. Idealismus oder Positivismus hängenbleibenden Logik
bedarf, um absolute und relative Gesichtspunkte der Erkenntnis so
ins Verhältnis setzen zu können, daß das eine das
andere nicht negiert. Wenn nun aber auch kein Vermittlungsdenken
hier weiterführt, dringt Schleiermacher mit seiner
„Dialektik” in logisch-erkenntnistheoretisches Neuland
vor, das zu betreten im Zeichen der fortgeschrittenen Moderne
unabdingbar wird.
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Otto Friedrich Bollnow Rezeption und
Forschungsperspektiven.
Herausgegeben von Friedrich Kümmel
Vardan Verlag Hechingen 2010, din A5, ca. 340 Seiten, kart., 19,90
Euro
ISBN-13: 978-3-941060-05-0
Zu diesem Buch
Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Otto Friedrich Bollnow am
14. März 2003 fand am 25. und 26. September 2003 in Hechingen
ein Forschungskolloquium statt. Autoren unterschiedlicher
Fachbereiche stellten ihre Forschungsarbeiten zu verschiedenen
Aspekten des Werkes von Otto Friedrich Bollnow vor. Der Band
enthält die acht überarbeiteten, z. T. stark erweiterten
Beiträge zum Kolloquium und eine vom Herausgeber vorgenommene
Zusammenfassung der sich anschließenden Diskussionen. Die
Publikation gibt einen Einblick in die vielfältigen
Fragestellungen und Themenschwerpunkte, unter denen Bollnows Werk
heute in verschiedenen Disziplinen rezipiert und von deren
Fachvertretern produktiv weitergeführt wird.
Otto Friedrich Bollnow hat zu seiner Zeit Schule gemacht und ein
umfangreiches, viel gelesenes und gewürdigtes Werk
hinterlassen. Sein Denken ist nach wie vor aktuell und hat von
seiner Relevanz für die derzeitige Diskussion nichts
eingebüßt. Die Beiträge dieses Bandes geben einen
Eindruck davon, wie sein Werk in den verschiedensten Disziplinen
aufgenommen und unter methodologischen und sachlichen Aspekten
produktiv weitergeführt wird.
Bollnows zahlreiche Bücher, Aufsätze und Besprechungen
sowie die erreichbaren Übersetzungen sind in der von Friedrich
Kümmel erstellten
Bollnow
Homepage nahezu vollständig zugänglich gemacht. Sie
enthält auch bisher unbekannte Textentwürfe und
-varianten, die für das Verständnis der Genese von
Bollnows Denken unverzichtbar sind.
Beim Verlag Königshausen & Neumann in Würzburg
erscheint derzeit eine von Ursula Boelhauve, Gudrun
Kühne-Bertram, Hans-Ulrich Lessing und Frithjof Rodi
herausgegebene, zwölfbändige Studienausgabe der
systematischen Hauptwerke des Philosophen und Pädagogen.
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Aktualisierung: Sep 25, 2010